Ensemble Wild
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Schaufenster "Die Presse, 28.06.2007"
"Wildsaison" von Daniela Tomasovsky:
„Man muss beim Hören den Sonntagsbraten kochen können ...“ Die vier Damen des Ensembles Wild haben hohe Anforderungen an die Musik, die in das Repertoire aufgenommen werden soll. Und das ist keineswegs ironisch gemeint. Die vier Musikerinnen halten einfach wenig von jener Art zeitgenössischer Musik, die sich nur mit umfangreicher Gehirnakrobatik verstehen lässt. Nein, hohe Qualität, technischer Anspruch und Hörbarkeit schließen sich ganz und gar nicht aus, meinen sie. Dass dem so ist, beweist ihre neue CD „world wide wild“, auf der sich Titel wie „Theft of the Saliera“, „Wild chill out“ oder „Quebrasamba“ finden.
Das Besondere an dem Album: Neun der insgesamt 16 Stücke waren Auftragswerke an junge Komponisten – ein ziemliches Wagnis für das junge Ensemble, auch finanziell. Wieso nahmen sie es denn auf sich? „Wir wollen den Menschen die Angst vor neuer Musik nehmen. Ein bisschen hängt es auch mit der Zusammensetzung des Ensembles zusammen: Es gibt kaum Stücke für ein Quartett mit Flöte. Daher mussten wir von Anfang an arrangieren. Da wir aber alle nicht Komposition studiert haben, haben wir begonnen, mit Arrangeuren zusammenzuarbeiten. Und so sind wir mit den Komponisten unserer Generation in Kontakt gekommen“, erzählt Michaela Wild. Die Stücke, die sie ausgewählt haben, sind nicht einer bestimmten Stilrichtung oder einer Musiktradition zuzuordnen: Südamerikanische Sambarhythmen sind ebenso zu hören wie Walzer-Verfremdungen, vierstimmige Fugen, groovige Gaunerkomödien-Musik oder polyrhythmische Gewitter.

Schwarze Kleidung ist tabu
Natürlich wollten die vier Musikerinnen mit ihrer Musikauswahl auch eine Nische finden. Was das Ensemble außerdem von klassischen Quartetten unterscheidet: Jedes Konzert wird moderiert – und schwarze Kleidung ist eher tabu. „Der Musikjournalist Joachim-Ernst Berendt hat einmal gesagt, dass er es schrecklich findet, wenn bei einem Konzert schwarz gekleidete Menschen anderen schwarz gekleideten Menschen gegenübersitzen und sich nicht bewegen“, sagt Andrea Wild. Nein, bei den Wild-Konzerten darf mitgewippt werden. Und was die Kleider betrifft, sind Andrea Wild (Flöte), Angelika Wild (Cello), Michaela Wild (Geige) und Angelika Ortner (Klavier) ohnehin bunte Vögel: Der Designer Peter Weisz hat ihnen die Roben auf den Leib geschneidert und dabei natürlich auf die Vorzüge jeder Einzelnen geachtet. Nicht, dass es sonst Unstimmigkeiten unter den vier Frauen gegeben hätte – diese gibt es zwar, aber hauptsächlich zu musikalischen Fragen. „Die drei Schwestern sind da schon sehr direkt, es gibt manchmal heftige Auseinandersetzungen“, erzählt Angelika Ortner, die als Nicht-Familienmitglied dann die Schlichterrolle übernimmt. Prinzipiell würden aber die positiven Seiten der Familienbande überwiegen. „Das Zusammenspiel funktioniert einfach besser, als wenn man nur zusammen studiert hat. Die Wild-Schwestern haben schon als Kinder gemeinsam musiziert. Dadurch ist einfach vieles selbstverständlich, was ich mir erst erarbeiten musste“, so Ortner.

Hundert Geschichten
Davon merkt man bei den Konzerten freilich gar nichts, da wirken sie alle vier wie eine eingeschworene Bande. „Ein Herr hat einmal gesagt: ,In den Blicken, die ihr euch beim Spielen zuwerft, stecken hundert Geschichten.‘ Das hat uns sehr gefreut“, sagt Angelika Wild.
Dass sie heuer ihre zweite CD herausgebracht haben und ihr gemeinsames Musizieren zum Mittelpunkt der künstlerischen Tätigkeit jeder Einzelnen geworden ist, ist für die Musikerinnen ein ungeheurer Erfolg. „Eigentlich ist unsere Geschichte eine klassische Tellerwäscher-Karriere. Wir haben mit monatlichen Matineen im Café Schottenring begonnen. Damals haben wir hauptsächlich Strauß und andere Wiener Musik gespielt. Nach einem Jahr sind wir ins Schloss Laudon übersiedelt und haben begonnen, Filmmusik in unser Programm aufzunehmen. Die Zuhörer waren begeistert.“ Dass auch die „wilde“ zeitgenössische Schiene der „Wilds“ beim Publikum gut ankommt, davon konnte man sich bei der CD-Präsentation im Stadttheater Walfischgasse überzeugen: Dort klatschte sich der – immer größer werdende – Fanclub die Hände wund.

"Öpus, Österreichisches Figurentheater Journal, Dezember 2006"
"Sensation bei der Eröffnungszeremonie der 28. Puppentheatertage in Mistelbach 2006"
Eröffnungen sind im Normalfall langweilig. Diesmal jedoch trat nach dem ersten musikalischen "Zwischenspiel", musiziert vom "ENSEMBLE WILD" eine höchst unübliche Spannung ein: die vier erfreulich anzusehenden jungen Damen legten nämlich eine "Figaro-Ouvertüre" hin, bei der man einfach vergißt, dass es nicht die Wiener Philharmoniker waren, die da musizierten. In einer Besetzung von Klavier, Cello, Violine und Querflöte und einem Arrangement, das "alle Stückeln spielte", überzeugten die vier Musikerinnen ein Publikum, das sich für diese Überraschung mit Jubel und langem, frenetischen Applaus bedankte. Man wartete gespannt auf die nächste Darbietung und nahm die Unterbrechung durch weitere Redner dafür willig in Kauf.

Tageszeitung "Die Presse, 24.10.2003"
"Damenwahl" von Wilhelm Sinkovicz:
Die Geschwister Andrea, Michaela und Angelika Wild bilden hier mit Angelika Ortner ein wienerisches Ensemble, das sich mit viel Gefühl, Verve und Charme für musikalische Kostbarkeiten der Strauß-Dynastie einsetzt, bereichert um alfred Grünfelds STrauß-Paraphrase "Soirèe de Vienne", die dieses Programm zum kurzweiligen Hörgenuss rundet.

"Falter - Stadtzeitung für Wien, 15.10.2003"
"Strauss pur" von Carsten Fastner
Mit Arrangements zu einer besonderen Art des Originalklangs: die vier jungen Wienerinnen des Ensemble Wild haben 13 Hits und Raritäten von Johann Strauß Sohn und Umfeld (Bruder Josef, Vater Johann, Alfred Grünfeld) für Flöte, Violine, Klavier und Cello arrangiert und zeigen so, wie diese Musik zu ihrer Zeit - auch - gespielt wurde: charmant, elegant und vorallem schlank.